Im oberen Teil des Dorfes Istebné befindet sich die hölzerne Gliederkirche St. Michael. Sie wurde 1688 als eine von zwei Artikularkirchen in Orava gebaut. Ihre heutige Form erhielt sie um 1730. Zuvor befand sich an ihrer Stelle nur eine kleine Kapelle.
Der Grundriss der Kirche hat die Form eines griechischen Kreuzes. Sie ist einzigartig unter den slowakischen Artikularkirchen, weil sie die einzige mit einem hölzernen Kelch war. Er symbolisierte, dass die Oravaer arm, aber reich im Geiste waren. Dieser Kelch wurde bis 1746 verwendet.
Neben der Kirche befindet sich ein separater Glockenturm aus Ziegeln und Holz, der 1731 im Stil der Volksarchitektur errichtet wurde. Er hat einen quadratischen Grundriss, ist zweistöckig und besteht aus einem einzigen Raum. Er ist zum Teil aus Ziegeln und zum Teil aus Fachwerk gebaut. Er ersetzte wahrscheinlich einen älteren Glockenturm, aus dem eine kleine Glocke aus dem späten 17. Jahrhundert stammte. Diese Glocke befindet sich noch heute im Turm.
Das gemauerte Erdgeschoss des Glockenturms hat zwei einander gegenüberliegende Eingänge und diente daher einst als Leichenhalle. Über dem kirchenseitigen Eingang zitiert eine Inschrift an der Wand aus Psalm 95, Vers 7: "Wenn ihr heute seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht."
Die beiden größeren Glocken aus den Jahren 1727 und 1763 wurden während des Ersten Weltkriegs von der Armee beschlagnahmt.
Der hölzerne Teil des Glockenturms ist auf massiven Stützen gebaut. Er besteht aus einer offenen Ochodza, die alle vier Seiten des Gebäudes umgibt. Jede Seite hat fünf Erker mit Segmentbögen. Diese Ochodza verleiht dem Gebäude Luftigkeit und Leichtigkeit und belebt es gleichzeitig architektonisch.
Sowohl die Kirche als auch der Glockenturm wurden im Jahr 2009 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. Vom Glockenturm aus bietet sich ein schöner Blick auf die Šípská Fatra, das Choč-Gebirge und die Niedere Tatra in der Ferne.