Gotische Kirche zu Allerheiligen

Ludrová

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Nicht weit von Ružomberok, im Kataster des Dorfes Ludrová, steht eine einsame Kirche inmitten von Feldern. Ihre Lage in der offenen Landschaft ist geheimnisvoll und romantisch. Die Allerheiligenkirche wurde im letzten Drittel des dreizehnten Jahrhunderts im frühgotischen Stil erbaut. Sie ist eines der ältesten erhaltenen Sakralgebäude in Liptau. Im fünfzehnten Jahrhundert wurde ein Turm an der Westseite und im sechzehnten Jahrhundert ein Südschiff mit einem neuen Eingang angebaut. Im siebzehnten Jahrhundert wurde das gesamte Areal von einer Steinmauer umgeben. Die Kirche hatte eine turbulente Geschichte. Bis eintausendsechshundertsiebzehn blieb sie in katholischer Hand, danach wurde sie mehrere Jahrzehnte lang von den Protestanten übernommen. Im Jahre eintausendsiebenhundertneun wurde sie endgültig an die Katholiken zurückgegeben. Jahrhundert wurde die Kirche von Móric Rakovský aus Liptovská Štiavnica vor der Zerstörung gerettet, der sie reparieren ließ. In den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde sie vom Staat gekauft und unter die Verwaltung des Liptauer Museums gestellt. Das Innere der Kirche ist ein wahres Juwel der mittelalterlichen Kunst. An den Wänden des Heiligtums sind vierunddreißig Szenen aus dem Leben Jesu Christi zu sehen. Dieser umfangreichste christologische Zyklus in der Slowakei wurde um das Jahr eintausendvierhundertzwanzig geschaffen. Die einzelnen Szenen sind miteinander verbunden und tragen jeweils ein Inschriftenband. Unter den Szenen befindet sich auch die selten dargestellte Szene der Erhängung des Judas. An der Nordwand ist ein Triptychon aus der Zeit um das Jahr eintausendvierhundertzehn erhalten, das die Schutzmantelmadonna, den schmerzhaften Christus und den heiligen Johannes den Täufer abbildet. Die ältesten Malereien an den Rippen des Gewölbes sind noch im spätromanischen Stil mit geometrischen Mustern gehalten. Das Südportal ist voller Rillen, die der Legende nach von den Säbeln der Adligen hinterlassen wurden. Die größte Rille soll der polnische König Jan Sobieski bei seiner Rückkehr von der siegreichen Schlacht bei Wien im Jahr eintausendsechshundertdreiundachtzig hinterlassen haben. Auf dem Gelände der Kirche wächst eine etwa dreihundertfünfzig Jahre alte Linde. Der ursprüngliche gotische Altar mit dem Motiv der Krönung der Jungfrau Maria befindet sich heute im Liptauer Museum in Ružomberok, das das gesamte Areal verwaltet und für die Öffentlichkeit zugänglich macht.

Webseite

Wo Sie es finden

Ort
Ludrová
Land
Slowakei
Koordinaten
49.06357, 19.32939

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